GlaubeImpuls zum Monatsspruch Juli


„Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung." (Phil 1, 9)

Liebe Leserin, lieber Leser!

„Allein die Liebe zählt“, „auf die Liebe kommt es an“, „die Liebe bleibt“… Denksprüche und Loblieder auf die Liebe gibt es zuhauf! Wer die Liebe lobt und sie gut findet, macht nichts falsch. 100% Zustimmung sind ihm sicher, niemand widerspricht, alles ist gut.

Da müsste es doch gut aussehen auf Erden, wenn alle die Liebe so gut finden! Aber wir wissen: Das Gegenteil ist der Fall! Nicht nur in den Krisengebieten der Erde kracht es, auch in zahlreichen Familien und Beziehungen hängt der Haussegen schief, und in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Seniorenheim herrscht auch nicht immer eitel Sonnenschein. Die Liebe wird überschwänglich gelobt, besungen, zitiert… aber so richtig im Alltag ankommen, das tut sie nicht.

Ich meine: Es reicht einfach nicht aus, immer nur ganz allgemein über die Liebe zu reden und zu singen. Menschen brauchen mehr als Worte: sie brauchen Vorbilder, denen sie folgen können. Darum hat Gott es nicht beim Reden über die Liebe belassen, sondern ist Mensch geworden: Jesus Christus ist Gottes Liebe in Person, ihm gilt es zu folgen! Wenn wir das tun, dann wird unsere Liebe keine gefühlige Eintagsfliege bleiben, sondern wachsen und fest werden. Genau darum betet Paulus in seinem Brief an die Christen in Philippi: „Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.“ (Phil 1, 9).

Erkenntnis Jesu Christi im Lesen der Bibel und im Gebet, das ist das eine Bein, auf dem die Liebe steht. Das andere Bein sind die Erfahrungen, die wir mit seinen Geboten machen: die Wunder, die geschehen, wenn wir wirklich einmal vergeben, wenn wir wirklich einmal Feindesliebe üben. Mit diesen beiden Beinen laufen durchs Leben, begleitet von der Fürbitte unserer Mitchristinnen und Mitchristen und auch selbst verbunden im Gebet mit unserem Herrn. Das ist der Weg, wie Liebe nicht nur ein Wort oder ein Lied bleibt, sondern Wirklichkeit wird und Wirklichkeit verändert.

Ihr Dekan Dr. Christoph Glimpel